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55 Tore zum 100-Jährigen

Holger GlandorfSendenhorst. Ein wenig müde wirkten sie schon, die Handball-Stars aus Lemgo. Kein Wunder, hatten die Bundesliga-Spieler doch gut eine Woche fast ausschließlich an der Basis gearbeitet und wahrscheinlich mehr Hanteln und diverse Gewichte gesehen, als ihnen lieb war. Doch als das runde Sportgerät gestern in der Sendenhorster St.-Martin-Halle ins Spiel kam, da blitzte er doch wieder auf - der Spielwitz, der Florian Kehrmann und einige seiner Teamkollegen bis in die Nationalmannschaft geführt hatte.

Und so durften sich die heimischen Fans am gestrigen Abend doch über einige Kabinettstückchen freuen. Dreher, Heber, Kempa-Tricks und wuchtige Geschosse aus dem Rückraum - die Akteure aus der Eliteliga zeigten den Zuschauern in der voll besetzten Halle, was den Reiz an der Sportart ausmacht: Nämlich nicht nur rohe Muskelkraft, sondern eine Mischung aus Dynamik, filigraner Technik und harmonischem Zusammenspiel.
Dass die Partie den passenden Rahmen zum Jubiläum der SG Sendenhorst bildete, daran hatte auch der OSC Rheinhausen seinen Anteil. Der Zweitliga-Aufsteiger unterlag am Ende zwar letztendlich standesgemäß mit 17:38 (7:21), bot dem hohen Favoriten jedoch gut Paroli und bewies, dass auch im Handball-Unterhaus guter Sport geboten wird.
Das Aufeinandertreffen der beiden Teams begann ausgeglichen und für den hohen Favoriten sogar durchaus überraschend. Der OSC legte los wie die Feuerwehr, düpierte den TBV gleich mit zwei Kempa-Tricks und führte schnell mit 5:2. Dann jedoch zog der TBV das Tempo an, arbeitete in der Defensive konsequenter und nutzte seine körperlichen Vorteile. Beim 7:5 nach acht Minuten waren die Verhältnisse bereits zurecht gerückt. Danach zeigten Florian Kehrmann auf der rechten Seite und Manuel Liniger auf Linksaußen, dass gerade in Sachen Schnelligkeit ein deutlicher Unterschied zwischen erster und zweiter Bundesliga besteht. Per schnellem Tempogegenstoß suchten die Lemgoer die Entscheidung und hatten zur Pause eine lockere 21:7-Führung herausgeworfen.
Nach dem Wiederanpfiff, Trainer Volker Mudrow hatte duchgewechselt, schaltete der TBV zwei Gänge zurück und ließ OSC ein wenig gewähren, um dann wieder das Tempo zu erhöhen. Holger Glandorf drückte der Partie nun seinen Stempel auf, der Nationalspieler war nicht zu halten. Am Ende gewann der Bundesligist so mit 38:17 souverän.
Einen großen Anteil daran, dass der Abend zu einem echten Leckerbissen im sportlichen Kalender der Sendenhorster avancierte, lag auch an der guten Organisation seitens der SG Sendenhorst sowie am reichhaltigen Rahmenprogramm. So freuten sich die vielen Zuschauer über den Auftritt des SG Spielmannzugs genauso wie über die prall gefüllte Tombola und die Bewirtung. Ein runder Abend also für Zuschauer und Sportler, die jetzt ein wenig ausruhen dürfen, ehe die nächste Phase der Saisonvorbereitung beginnt.

Quelle: Westfälische Nachrichten

 

 
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